OZ Pulheim 11.02.2010

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10 Goldene Regeln für die Karnevalsfeier im Büro

Donnerstag der 11. Februar 2010

Im Karneval herrschen auch im Büro die Gesetze der 5. Jahreszeit! Oder etwa nicht?

Pulheim - 10 goldene Regeln für die Karnevalsfeier im Büro:

 

1. Dürfen die Mitarbeiter eine Flasche Sekt um 11.11 Uhr öffnen und anstoßen?

Nein, grundsätzlich ist das nicht erlaubt! Dafür sollten Sie sich eine Erlaubnis holen. Das Beste ist, der Chef spricht im Vorfeld ganz klare Regeln aus.

 

Tipp: Informieren Sie sich vorher über firmeninterne Gepflogenheiten.

 

2. Darf der Chef geduzt werden?

Auf keinen Fall! Es sei denn, er bietet Ihnen das Du an. Es kann aber passieren, dass er das am nächsten Tag gern wieder vergessen möchte.

 

Tipp: Am Besten warten Sie ab, wie er sich verhält. Ignoriert er das „Du“ und siezt Sie wieder, sollten Sie ebenfalls kommentarlos wieder zum „Sie“ übergehen.

 

3. Darf eine Polonäse durch das Büro gemacht werden?

Nur, wenn das Feiern genehmigt wurde. Allerdings ist die Polonäse eine Geschmacksache. Wem diese Art des Feierns keinen Spaß macht oder der Körperkontakt zu eng ist, muss auch nicht mitmachen. Niemand darf zu einer Polonäse gezwungen werden- auf der anderen Seite gelten Sie vielleicht als Spaßbremse.

 

Tipp: Probieren Sie es doch einfach mal aus.

 

4. Dürfen die Mitarbeiter ein Kostüm tragen? Welches? Wie sexy darf es sein?

Allgemein kann ein Arbeitgeber von Mitarbeitern mit Kundenkontakt erwarten, sich jederzeit branchenüblich zu kleiden.

 

Aber es kommt auch auf den Berufszweig und die Region an. In manchen Berufen, wie in Arztpraxen, Krankenhäuern oder Banken verbietet sich ein Kostüm. Dagegen ist in Karnevalshochburgen eine Kostümierung trotz Kundenverkehr, sogar in Banken nicht unüblich. Viele Bankfilialen veranstalten für ihre Kunden an bestimmten Tagen während der Öffnungszeiten Karnevalsfeiern, an denen die Mitarbeiter kostümiert sind, meistens sogar nach einem einheitlichen Motto. In anderen Berufen mit Kundenkontakt empfiehlt sich den Mitarbeitern, sich nicht voll zu kostümieren, sondern Teile einer Verkleidung zu tragen, beispielsweise Pappnasen, Hüte, geringelte Strümpfe oder Shirts, etc. Im Einzelhandel dagegen kann eine Kostümierung sicher lustig und vielleicht sogar verkaufsfördernd wirken.

 

Tipp: Sie sollten sich bewusst sein, dass es sich nicht um eine private Feier handelt und auf keinen Fall zu sexy gekleidet auftreten.

Im schlimmsten Fall riskieren Sie eine Abmahnung wegen Nichteinhaltung des Dress-Codes.

 

5. Darf der Chef spontan jebützt werden?

Im Betrieb stellt das Küssen eine sexuelle Belästigung dar und kann Ihnen zumindest so ausgelegt werden.

 

Nur, wenn der Chef Rheinländer ist und es sich tatsächlich um ein „Bützje“ auf die Wange handelt sollte man es wagen.

 

Tipp: Lassen Sie Ihren Bauch sprechen. Beachten Sie seine Körpersprache. Wenn Sie das Gefühl haben, es ist ihm unangenehm, lassen Sie es lieber. Außerhalb des Rheinlandes ist es nicht ratsam einfach darauf los zu bützen.

 

6. Dürfen die Mitarbeiterinnen die Krawatte des Chefs abschneiden?

Rein rechtlich gesehen natürlich nicht! Das ist grundsätzlich eine strafbare Sachbeschädigung. Abmahnung und Kündigung müssen jedoch verhältnismäßig sein, man kann auf Milde hoffen.

 

In einer Hochburg wie Köln muss ein Vorgesetzter jedoch unbedingt damit rechnen, dass „eine“ sich traut. Daher ist es für Chefs ratsam, den Spaß mitzumachen und sich lieber eine ausrangierte Krawatte umzubinden. Brauchtum sollte von Vorgesetzten nicht einfach ignoriert werden, es sei denn, sie wollen als Spaßbremse außen vor stehen. Trägt er doch eine teure Seidenkrawatte, geht es nicht ohne sein Einverständnis.

 

Tipp: Ein „Darf Ich?“ bevor sie die Schere ansetzen kann sie vor einer unangenehmen Begegnung retten. In Gegenden außerhalb des Rheinlands, wo niemand damit rechnet, lassen Sie die Schere lieber stecken. Darauf zu bestehen, weil Sie aus dem Rheinland stammen, ist kein Argument, besser ist es dann, die Kollegen vorzuwarnen, sich eine alte Krawatte umzubinden.

 

7. Darf im Büro die Musik laut aufgedreht werden?

Nur, wenn es vom Chef genehmigt ist und die möglicherweise stattfindende Arbeit dadurch nicht gestört wird.

 

8. Darf Alkohol getrunken werden?

Nur, wenn der Chef es offiziell abgesegnet hat! Grundsätzlich darf am Arbeitsplatz kein Alkohol getrunken werden. Ist ein Betriebsrat vorhanden, muss dieser dem Alkoholverbot ebenfalls zustimmen. Wenn ein Verbot besteht, kann der Arbeitgeber sogar nach einer vorausgegangenen Abmahnung kündigen.

 

Und dann sollten Mitarbeiter auch nicht versuchen, sich an den Chef „heranzutrinken“ und wohlmöglich noch nach einer Gehaltserhöhung fragen! Noch schlimmer wäre, ihm endlich mal richtig die Meinung zu sagen!

 

Aber auch für Vorgesetzte gilt, nicht über die Stränge zu schlagen - auch nicht zu späterer Stunde und vor allem, den Überblick zu behalten. Als Chef sollten Sie in jeder Situation Herr der Lage sein, darum ist fröhliche Zurückhaltung angesagt. Die Führungskraft hat eine Vorbildfunktion! Geschieht es doch, dass man als Vorgesetzter aus der Rolle fällt, vielleicht sogar mal erleichtert die Stimmung genießt, bierselig mitfeiert und wohlmöglich noch in Flirtlaune gerät, finden die Mitarbeiter das für die Dauer der Feier vielleicht toll. Doch es gibt immer einen Tag danach. Schaden Sie Ihrem guten Ruf lieber nicht, denn dieses Image haftet Ihnen länger an als Ihnen lieb ist und geht schnell mit Autoritätsverlust einher.

 

Mit den Kollegen zu feiern kann das Betriebsklima verbessern. Man lernt sich besser kennen und spricht auch mal über andere Themen oder privates. Das Verständnis füreinander wächst, weil man sich von einer ganz anderen Seite kennenlernt. Trinkt man zusammen, kann das auch der Karriere dienen.

 

Tipp: Sprechen Sie vorher mit einem Kollegen/Kollegin ab, sich gegebenenfalls etwas auszubremsen, für den Fall der Fälle…

 

9. Wie verhält sich der Karnevalsmuffel?

Zum Feiern zwingen kann man sie nicht, jedoch müssen sie dann weiter arbeiten, sofern das dann überhaupt noch möglich ist. Als Muffel sollten Sie nicht lautstark betonen, dass Karneval für Sie ein unnötiges Fest ist, das könnte Kollegen und Vorgesetzte vor den Kopf stoßen. Sagen Sie nicht: „ Auf Karneval habe ich keine Lust!“ „Angeordnete Fröhlichkeit finde ich blöd“ oder „Was für ein aufgesetzter Quatsch!“, eher: „ Bitte entschuldigt mich, im Kostüm fühle ich mich nicht so wohl, ihr werdet sicher eine tolle Feier haben, ich wünsche euch viel Spaß! Tipp: Mitzufeiern ist immer noch besser als zu arbeiten.

 

10. Kann man nicht einfach zu Hause bleiben?

Grundsätzlich haben sie zur Arbeit zu erscheinen, denn Karneval ist reines Brauchtum und die närrischen Tage sind keine gesetzlichen Feiertage. Wer also frei haben möchte, muss sich Urlaub nehmen.

 

Weiberfastnacht, der Freitag, Rosenmontag und Veilchendienstag sind ganz normale Arbeitstage an denen das Arbeitsrecht gilt. In manchen Betrieben werden dann Brückentage genutzt, in Hochburgen gibt es auch schon mal Betriebsferien. Meistens bleibt es aber bei Betriebsfeiern. Ob ein Anspruch auf Arbeitsbefreiung an den närrischen Tagen besteht, richtet sich nach der sogenannten betrieblichen Übung. Wenn Arbeitnehmer jeden Rosenmontag der mindestens vergangenen drei Jahre frei bekommen haben, können sie ihren Anspruch auf bezahlte Arbeitsbefreiung darauf stützen, dass sie auch weiterhin am „Rosenmontag“ frei bekommen. Sie haben sogar Anspruch auf Arbeitsbefreiung.

 

Diese Ansprüche aus der betrieblichen Übung können Arbeitgeber verhindern, in denen sie in Rundschreiben oder Aushängen betonen, dass die Regelung nur für das jeweilige Jahr gilt- und das sie sich eine Änderung vorbehalten. - Quelle: "Stilblüten" Christiane Plöger, Stil und Style